Geschichte der TelefonSeelsorge Stuttgart e.V.


Pastors Chad Varah

Am 5. Oktober 1953 erschien die erste Anzeige des britischen Pastors Chad Varah, die als Geburtsstunde der TelefonSeelsorge gilt. Dort heißt es: "Before you commit suicide - ring me up", zu Deutsch: "Bevor Sie sich das Leben nehmen, rufen Sie mich an" – anschließend erschien die Telefonnummer des Seelsorgers.

 

Seit 1956 gibt es diese Arbeit auch in Deutschland!


1960

Die TelefonSeelsorge Stuttgart e.V. wurde 1960 vom damaligen Leiter der Evang. Gesellschaft Stuttgart, Pfarrer Otto Kehr, gegründet. Das erste Gespräch fand am 2. Mai 1960 statt.

Von Anfang an war die Stelle mit Ehrenamtlichen besetzt – zum Start gab es etwa 50 Mitarbeitende. Die Stuttgarter Stelle war die vierte TS–Stelle bundesweit und die erste, die mit Ehrenamtlichen arbeitete.

 

1970

Der Verein stellt als erste Stelle in Deutschland einen hauptamtlichen Ausbilder ein: Dr. Wilfred Weber (der zuvor die Briefseelsorge gegründet und geleitet hatte). Von da an werden die Mitarbeitenden sorgfältig ausgewählt und geschult – was zu einer deutlichen Erhöhung der Zufriedenheit bei Anrufenden wie Mitarbeitenden führte.

 

1973

Eine Geschäftsführerin wird eingestellt.

 

1974

Das Stuttgarter Modell der Ausbildung von Ehrenamtlichen erscheint als Buch: „Wege zum helfenden Gespräch - Gesprächspsychotherapie in der Praxis“ von Dr. Wilfried Weber, der im selben Jahr zum Leiter der Stelle ernannt wird.

Sein Ausbildungsmodell wird im gesamten Bundesgebiet übernommen. Sein Buch ist inzwischen in 15. Auflage und in mehreren Sprachen erschienen und zum verbindlichen Ausbildungsbuch auch für den internationalen Verband der TelefonSeelsorgen (IFOTES) geworden.

 

1980

Eine zweite Fachkraft wird eingestellt. Damit kann auch eine zweite Telefonleitung freigeschaltet werden.

  

1992

Pfarrer Kehr gibt nach 32 Jahren den Vorsitz der TelefonSeelsorge ab. Irene Geßmann wird die erste ehrenamtliche Vorsitzende.

 

1994

Zum ersten Mal werden Zuschüsse in erheblichem Umfang gestrichen. Die Hauptamtlichen und die Ehrenamtlichen müssen viel Phantasie im Umgang mit den finanziellen Lücken aufbringen. 

 

1995

25 Jahre TS. Es gibt 5 Hauptamtliche auf 3,5 Stellen und 80 Ehrenamtliche

 

1997

Die deutsche Telekom übernimmt die Kosten für die Anrufe bei der TS. Über die 0800er Nummer wird sichergestellt, dass die Anrufe bei der TS nicht auf den Telefonrechnungen erscheinen.

Dr. Wilfried Weber tritt in den Ruhestand und wird von Martha Ziegler abgelöst. Mit der Einführung der kostenlosen Anrufe steigt die Zahl der Anrufe – aber auch die Zahl der „Testanrufe oder Scherzanrufe“.

 

2000

40 Jahre TS.  Bei den Feierlichkeiten spricht unter anderem Anselm Grün.

Martha Ziegler kommt unmittelbar nach den Feierlichkeiten bei einem Unfall ums Leben. Ein schwerer Schlag für die TS – die beliebte Leiterein war weit über Stuttgart hinaus bekannt und für viele Menschen ein Orientierungspunkt. Für einige Zeit übernimmt der Stellvertretende Leiter Pfarrer Ernst Börkircher die Leitung der Stelle.

 

2001

Rosemarie Kirschmann übernimmt die Leitung der Stelle.

Mit der steigenden Zahl der Testanrufe und mit der zunehmenden Zahl von Handy- Anrufen verändert sich die Arbeit der TelefonSeelsorge. Sagte man bisher: Wir sind immer und für alle da – sagt die TS jetzt: wir sind ein Instrument der Krisenberatung und stehen für Menschen in Not zur Verfügung. Diese Haltung wirkt sich auf die Arbeit am Telefon aus: Die Beratung wird strukturierter und noch professioneller.

 

2004

Die Stuttgarter Stelle führt als eine der ersten Stellen in Deutschland die Mailberatung ein.

 

2005

Die Stuttgarter Stelle erhält den Ehrenamtspreis des Landes Baden Württemberg. Eine Woche vor Preisübergabe wird der Landeszuschuss für die Arbeit der TS in Höhe von rund 30.000 Euro ersatzlos gestrichen.

 

2007

Zusätzlich zur Mailberatung wird die Chatberatung eingeführt.

 

2009

Rosemarie Kirschmann geht in Ruhestand – die Leitung übernimmt Krischan Johannsen.

 

2010

50 Jahre TS.

  

2019

Krischan Johannsen geht in Ruhestand. Martina Rudolph-Zeller übernimmt die Leitung.

 

 

Die Stelle hat gegenwärtig 113 ehrenamtliche Seelsorger*innen.